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Peak Oil - Das Ende des billigen Erdöls   Peak Oil und die moderne Zivilisation   Ölreserven der Welt  Alternativen zu Öl? Globale Ölproduktion und Zukünftige Ölfunde   Alternativenergien Was kann ich tun?   Artikel Links


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Peak Oil - Das Ende des billigen Erdöls

Experten aus der Ölindustrie erwarten dass die Erdölproduktion noch vor dem Jahre 2009 ihre Produktionsspitze erreichen wird (oder sie bereits erreicht hat) und danach jedes Jahr um ca. 3-6% abnehmen wird.
"Die Erdöl-Produktionsspitze steht unmittelbar bevor, er kommt nicht erst in einigen Jahren. Wenn ich recht habe, sind die unvorhergesehen Konsequenzen verheerend."
Matthew R. Simmons, ehemaliger Berater der Bush-Regierung

"Die letzten Tage des Ölzeitalters haben begonnen"
Mike Bowlin, Generaldirektor von ARCO (US-Erdölkonzern)

"Die Produktionsspitze des Erdöls ist erreicht...[sie] ist ein Wendepunkt der Menschheit. Der ökonomische Wohlstand des letzten Jahrhunderts wurde angetrieben durch billige Energie. Die Basis hierzu war das Öl. Umgerechnet heißt dies, jeder von uns hat heute einige unbezahlte, nicht ernährte Sklaven, die für ihn arbeiten. Diese Sklaven kommen langsam in die Jahre und sie werden nicht mehr lange arbeiten. Wir müssen einen neuen Weg finden zu leben"
Colin Campbell

"... Anders ausgedrückt müssen wir bis 2015 eine Menge neuen Öls und Erdgases finden die 8 von jeden 10 Barrels entspricht die heute produziert werden."
Jon Thompson, Aufsichtsratsvorsitzender von ExxonMobil

Ausgehen werden uns die Ölvorräte noch für Jahrzehnte nicht, aber das "Ausgehen" ist nicht das Problem. Die beiden wirklich wichtigen Fragen sind wann uns das billige Öl ausgeht, und ab wann es Versorgungsengpässe gibt. Einschlägige Experten sind der Meinung dass sowohl das Zeitalter des billigen Erdöls vorbei ist als auch dass es Versorgungsengpässe geben wird.

Während die Erdölproduktion abnimmt, wird der Bedarf hingegen stetig steigen, vor allem in Ländern wie China und Indien die sich in rasendem Tempo entwickeln. Dies wird dazu führen dass die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt und dadurch die Preise in ungeahnte Höhen schiessen werden.

Der Punkt an dem die höchste Ölfördermenge erreicht wird und wonach die Produktion nie wieder dasselbe Niveau erreicht (Produktionsspitze) und danach jedes Jahr abnimmt wird in englischsprachigen Fachkreisen "Peak Oil" genannt. Die Pessimisten unter den Fachleuten vermuten dass das Jahr 2000 bereits Peak Oil war, optimistischere Schätzungen glauben es wird 2005 oder später sein.

Die Konsequenzen nur wenige Jahre nach Peak Oil werden das Leben fast aller Menschen grundlegend verändern. Das geht viel weiter als nur Schlangen an den Tankstellen, höhere Spritpreise und sinkende Aktienkurse. Unsere gesamte Lebensweise muss und wird sich fundamental ändern, in einem Ausmass das derzeit für die meisten nur schwer vorstellbar ist.

Auch die Nahrungsmittelherstellung und die Wasserversorgung hängt vom Erdöl ab, genauso wie die Wirtschaft. Der Amerikaner Stephen Leeb, Inhaber einer Investmentfirma und Author des Buches "The Oil Factor: How Oil Controls the Economy and Your Financial Future" (Der Ölfaktor: Wie Öl die Wirtschaft und Ihre finanzielle Zukunft kontrolliert), glaubt dass die Wirtschaft aufgrund unzureichender zukünftiger Ölreserven auf eine schlimme Krise zusteuert.

"Seit 1973 tanzen die Wirtschaft und der Aktienmarkt nach der Pfeife des Ölpreises. Grosse Erhöhungen des Ölpreises haben zu Rezessionen und Stagflationen sowie Einbrüchen in Aktienpreisen geführt, während sinkende oder nur leicht steigende Ölpreise gute Börsenzeiten eingeläutet haben"
Ausserdem steht zu erwarten dass es vor allem im Nahen Osten verstärkt zu militärischen Konflikten kommen wird da sich dort das meiste verbleibende Erdöl befindet.

Die gute Nachricht ist dass das Ende des billigen Erdöls eine grosse Chance für die Menschheit darstellt die, wenn sie verantwortungsvoll genutzt wird, das Leben aller Menschen und den Zustand der Natur drastisch verbessern kann.

Ich persönlich bin der Meinung dass uns das billige Erdöl keinen Moment zu früh ausgeht.

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Peak Oil und die industrielle Zivilisation

Die Spritkrise, Jahr 2000

Lange Schlangen an den Tankstellen
 
Panikkäufe mit dem Benzinkanister
Tankstellen ausser Betrieb

Wie abhängig sind wir wirklich vom Öl?

Die Benzinkrise im Jahr 2000 war ein gutes Beispiel was passieren kann wenn auch nur fuer zweieinhalb Wochen die Spritlieferungen ausbleiben.

Rückblick: Der Ölpreis war schon fuer einige Zeit niedrig, und als die OPEC beschloss ihre Quotas zu verringern schoss der Ölpreis hoch. Fischer in Frankreich fingen an über die Preiserhöhungen zu protestieren und fanden Gleichgesinnte auf der anderen Seite des Eurotunnels. Bauern (die steuerbegünstigten Treibstoff verwenden und deshalb eine Erhöhung eine grössere prozentuale Erhöhung bewirkt - in Deutschland entfallen z.B. über 80% vom Spritpreis auf die Steuer) und Transporteure (deren Rivalen in anderen Ländern niedrigere Steuersätze bezahlen) begannen ihre eigenen Proteste. Die Regierung war ratlos, sie hatte Schritt für Schritt die Spritsteuern erhöht als das Öl billiger war und verringerte sie nicht als der Preis pro Barrel stieg. Das Resultat war eine Blockade der englischen Raffinerien für ca. zweieinhalb Wochen.
 

Die Folgen dieser nur kurzen Verringerung der Spritversorgung waren weitreichend:

... Und all das von nur zweieinhalb Wochen

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Ölreserven der Welt

Wie lange reichen denn nun unsere Ölreserven?

Laut BP reichen unsere Ölreserven noch 36 Jahre, Shell und die Internationale Energieagentur in Paris sagen 46 Jahre. Bei diesem Thema gehen die Meinungen weit auseinander. Die meisten Schätzungen liegen zwischen 20 und 50 Jahren. Dabei liegen die Ölkonzerne und die Bundesregierung im optimistischeren Bereich, die pessimistischeren Schätzungen stammen von Geologen und Wissenschaftlern.

Aber wie bereits erwähnt treten aber ernsthafte Probleme nicht erst auf wenn das Öl "ausgeht", sondern schon wenn die Produktionsspitze erreicht wird. Das anerkannteste Modell zu diesem Thema stammt von dem Geophysiker Dr. M. King Hubbert, die sogenannte Hubbertkurve.

Die Hubbertkurve

Die Hubbertkurve hat die ungefähre Form einer Glocke, die Rohölproduktion steigt erst an, erreicht ihren Höhepunkt und fällt dann kontinuierlich ab. Der höchste Punk der Kurve stellt die Produktionsspitze dar, in englischprachigen Fachkreisen "Peak Oil" genannt. Dieser fällt ungefähr mit dem Zeitpunkt zusammen an dem 50% der Vorräte verbraucht sind.

Beispiel Hubbertkurve USA
Als praktisches Beispiel für die Hubbertkurve kann man die Produktionskurve der USA anführen die in 1970 ihre Produktionsspitze erreichte. Die Produktion heute beträgt nur noch ca. zwei Drittel dessen wie hoch sie in 1970 war und wird in Zukunft immer weiter abfallen.
 

Grafik: Nordamerikanische Ölproduktion (Quelle: Wer ist das Ziel des nächsten Öl-Coups von Dale Allen Pfeiffer)

Die Weltölproduktion

Hubbertkurve der Welt - Petroconsultants (Schweiz)

Die Schweizer Firma Petroconsultants in Genf ist die weltweit führende Quelle für Informationen über Rohölsuche und Rohölproduktion. Eine Ausgabe ihres Berichtes "World Oil Supply 1930 bis 2050", welcher als die "Bibel" dieses Fachbereiches angesehen wird und von Grossinvestoren, Ölkonzernen und anderen "Insidern" bezogen wird kostet $32.000 pro Ausgabe. Die Mit-Authoren, Colin Campbell und Jean Laherrere, glauben dass der Höhepunkt der weltweiten Ölproduktion irgendwann zwischen dem Jahr 2000 und 2010 erreicht werden wird. Dabei spielt auch die Wirtschaftslage eine wichtige Rolle, in einer Rezession sinkt der Ölbedarf und verzögert deshalb die Produktionsspitze.

Grafik: Die Produktionsspitze des Erdöls, Szenario der Firma Petroconsultants (Quelle: Das Ende der fossilen Brennstoffe von Jay Hanson)
Auf der ansteigenden Seite der Kurve ist Öl im Überfluss vorhanden, die Förderung ist relativ billig und für wenig Kapitaleinsatz ergeben sich hohe Erträge. Anders sieht es jedoch auf der absteigenden Seite der Kurve aus, hier wird die Förderung zunehmend teurer, schwieriger und weniger wirtschaftlich.

Wäre 2005 der Förderungshöhepunkt, bedeutet dies dass die Förderung im Jahre 2025 gleich hoch sein wird wie 1970. Jedoch wird die Weltbevölkerung bis 2020 viel grösser sein (9 bis 12 Milliarden) und die Industrialisierung weiter fortgschritten. Zu berücksichtigen sind auch die Entwicklungsländer deren Nachfrage sich ständig erhöht, zum Beispiel steigt Chinas Rohölbedarf derzeit rasant an.

Hubbertkurve der Welt - Douglas Westwood (USA)

Eine weitere anerkannte Informationsquelle ist die amerikanische Firma Douglas-Westwood, die den Bericht "The World Oil Supply Report 2003 - 2050 - The future for global oil production" (Weltölproduktionsbericht 2003-2050, Die Zukunft der globalen Ölproduktion) produzieren. Eine Ausgabe hiervon kostet $5000. Douglas-Westwoods Szenario datiert Peak Oil später als Petroconsultants, dafür geht aber auch die absteigende Kurve nach 2010 steiler nach unten.

Grafik: Douglas-Westwood,"The World Oil Supply Report 2003 - 2050 - Die Zukunft der globalen Ölproduktion" Ausgabe 2003 (Quelle: Durango Bill's Energieanalyse)
Douglas-Westwoods' neuester Bericht "World Supply Report 2004-2050" ist inzwischen erschienen, auf Douglas-Westwoods Seite schreibt man dazu folgendes:
"Die Welt verbraucht ihre Ölreserven schneller als je zuvor und es steht in der mittelfristigen Zukunft eine Steigerung des Ölpreises bevor die früher eintreten wird als viele Leute glauben. ... Im Unterschied zu anderen Publikationen über Ölreserven ist dieser Bericht hier eine unabhängige Analyse"

Die Position der US-Regierung

Die amerikanische Energieinformationsbehörde, die Internationale Energieagentur, und die Behörde für Geologie und andere Wissenschaften USGS sind sich sicher dass noch mehr als genug Ölvorräte gibt und sind sich sicher dass der Ölpreis bis 2025 um die $20 liegen wird. Interessanterweise ist $20 der empirisch ermittelte Ölpreis bei dem sich die Wirtschaft am besten entwickelt. Die Prognosen dieser Behörden für die Weltölproduktion sind auf ihren Webseiten kostenlos erhältlich.

Ein anonymer Insider bei Exxon kommentierte den Bericht der USGS wie folgt:

"Man bekommt bei einem Bericht den Gegenwert dessen was man bezahlt hat - und der da war umsonst"

In welchem Jahr ist dann also Peak Oil?

Die Höhe der Ölförderung wird von politischen und wirtschaftlichen Ereignissen beeinflusst und unterliegt ständigen Schwankungen. Daher kann man diese Frage leider erst ein paar Jahre nachdem der Höhepunkt tatsächlich stattgefunden hat beantworten.

Es ist möglich dass das Jahr 2000 bereits der Förderhöhepunkt war, denn in jedem folgenden Jahr hat die Ölförderung abgenommen.

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Alternativen zu Öl?

Öl liefert derzeit fast 40% der Energie für die heutige industrielle Produktion. Desweiteren ist Öl einer der wichtigsten Rohstoffe der Welt, viele essentielle Dinge des täglichen Lebens werden daraus hergestellt: Auch die Nahrungsmittelproduktion hängt stark von Öl und andere fossile Brennstoffe ab.

In gewisser Weise ist die moderne Landwirtschaft eine Methode um Öl in Nahrungsmittel zu verwandeln. Öl und Erdgas werden benötigt für Treibstoff für Traktoren und andere Landmaschinen, Pestizide und Kunstdüngerproduktion sowie Verpackung, Transport und Kühlung. Moderne Landwirtschaft ist der Hauptgrund weshalb die Weltbevölkerung von 1 Milliarde auf über 6 Milliarden wachsen konnte. Mit der Ölförderung erhöhte sich die Nahrungsmittelproduktion und als Folge die Bevölkerungszahl.

Ein paar Jahre nach dem Höhepunkt der Ölförderung ist zu erwarten dass sich die Preise für Nahrungsmittel vervielfachen, weil sich die Kosten für Produktion, Lagerung und Verteilung erhöhen. Das wird anfangs in den Industrienationen noch zu verkraften sein, aber für die Entwicklungsländer wird Rohöl zunehmend unerschwinglich werden. Als Folge sind dort weitverbreitete schwere Hungersnöte zu erwarten.

Als Beispiel für ein Land wo dies heute schon begonnen hat kann man die zunehmenden Hungersnöte in Nordkorea nehmen. Diese nahm ihren Anfang nachdem die Sowjetunion und China ihre Wirtschaftshilfe abbrachen und verlangten dass Nordkorea den vollen Marktpreis für ihre Importe von fossilen Brennstoffen bezahlt. Die Nahrungsmittelproduktion nahm als Folge rapide ab.

Lesetips (Internet)
"Eating Fossil Fuels" by Dale Allen Pfeiffer

Öl wird auch zur Wasseraufbereitung und -verteilung benötigt. Öl wird gebraucht um Wasserleitungen zu installieren (Transport, Baumaschinen, Plastik für Isolierung etc.), Dämme zu bauen, Abwassersysteme, Brunnen und um das Wasser zu pumpen das aus unseren Hähnen kommt. Gleich wie Nahrungsmittel wird sich auch der Preis für Frischwasser vervielfachen.

Auch fast alle anderen Aktivitäten der heutigen Gesellschaft sind untrennbar mit Öl und anderen fossilen Brennstoffen verbunden. Öl wird auch benötigt für fast jeden Konsumartikel, industrielle Produktion, Heizung, Schmierstoffe, Abwasserbeseitigung, Müllbeseitigung, Strassen- und Parkerhalt, Polizei, Feuerwehr und vor allem das Militär.

Ein Einbruch der Ölversorgung würde einen ökonomischen Zusammenbruch, Nahrungsmittelknappheit, Kollaps der Infrastruktur und internationale Ressourcenkonflikte zur Folge haben. Die Traktoren der Landwirte hätten kein Diesel mehr, Krankenwägen könnten nicht zum Unfallort fahren, Fabriken bleiben geschlossen weil die Mitarbeiter nicht zur Arbeit fahren können, die Elektrizitätsversorgung wäre gefährdet weil Kohle- und Nuklearbrennstofflieferungen nicht in die Kraftwerke gelangen. Flughäfen müssten den Betrieb einstellen und Nahrungsmittel könnten nicht in die Supermärkte gebracht werden, die Wasserversorgung würde zusammenbrechen weil die Pumpen nicht mehr angetrieben werden können.

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Globale Ölproduktion und Zukünftige Ölfunde

Globale Ölproduktion:

Die globale Produktion von konventionellem und unkonventionellem Öl erholte sich nachdem sie in den 70er Jahren durch politische Ursachen fiel. Eine permanente Verringerung der Förderung liegt jedoch weniger als 10 Jahre in der Zukunft. Der Höhepunkt der Förderung in Kanada und den USA war in 1972 (braun), die ehemaligen Sowjetrepubliken verringerten die Ihre um über 45 Prozent seit 1987. Ein Förderhöhepunkt ausserhalb der Länder des persischen Golfes scheint in unmittelbarer Zukunft zu liegen.

Grafik: Globale Ölproduktion (Quelle: Das Ende des billigen Öls von Colin Campbell)

Ölreserven der Welt

Grafik: Ölreserven der Welt 2004 (Quelle: Wenn die letzte Ölquelle versiegt von Alex Kirby, BBC News)
Die vorstehende Grafik ist aus einem BBC-Artikel (Wenn die letzte Ölquelle versiegt) entnommen, die weltweiten Ölreserven werden dort auf ca. 1 Mrd. Barrel geschätz. Ein Grossteil des verbleibenden Öls befindet sich im Mittleren Osten (dunkelbraun in der obigen Grafik). Hierbei stellt sich die Frage wie verlässlich diese Reservedaten tatsächlich sind.

Ölkonzerne

Wie bereits erwähnt haben die Ölkonzerne ein Interesse daran ihre Reserven eher unter- als überzubewerten. Was mit dem Aktienkurs eines Ölkonzernes passiert der seine geschätzten Reserven abwertet wurde vor kurzem am Beispiel Shell demonstriert (bei Shell wurden die Reserven um ca. 20% abgewertet) .

OPEC Quotas und Reserven

Mitte der 80er Jahre führte die OPEC Quota ein um die Exportmengen ihrer Mitgliedsländer einzuschränken damit der Ölpreis steigt und somit die Profite. Jedes OPEC-Land durfte ab diesem Zeitpunkt einen bestimmten Prozentsatz abhängig von ihren verbleibenden Reserven exportieren. Je höher also die Reserven eines Landes, um so mehr durften sie exportieren. Interessanterweise erhöhten sich schlagartig die geschätzten Reserven von sechs OPEC-Ländern um 300 Milliarden Barrel, obwohl in dieser Zeit keine nennenswerten Neuentdeckungen von Ölfeldern zu verzeichnen waren.

Grafik: Verdächtige Reservenerhöhungen (Quelle: Das Ende des billigen Öls von Colin Campbell)


OPEC Länder
Die OPEC Länder haben, wenn sich ihre Reservelage verschlechtert, nicht unbedingt ein Interesse daran dies publik zu machen. Ihre internationale Kreditwürdigkeit würde geschädigt, was verheerende Folgen hätte da diese Länder zum Teil hoch verschuldet sind. Weiterhin könnte die innere Stabilität des Landes gefährdet werden, viel Wohlfahrt und Leistungen des Staates hängen dort vom Öleinkommen ab. Im letzten ASPO Newsletter (April) befindet sich noch eine Reihe von Vermutung über Saudi Arabien:

Die Regierungen

Angesichts der weitreichenden Konsequenzen von Peak Oil für das Leben jedes Bürgers, kann man sagen dass die Partei oder Regierung die das Thema zum Wahlkampfthema macht ziemlich sicher politischen Selbstmord begeht. Der amerikanische Ex-Präsident Jimmy Carter, der 1980 das Ende des Ölzeitalters in sein Präsidentschaftswahl-Programm aufnahm, machte diese Erfahrung in der nächsten Präsidentschaftswahl. Von der Seite der Politiker ist Ehrlichkeit in dieser Beziehung nicht zu erwarten.

Verlässliche Informationsquellen

Wer sich über die tatsächliche Rohöl-Reservelage informieren möchte sollte Quellen meiden, die ein Interesse an der Verschleierung oder verschönerten Darstellung derselben haben.

Was ist mit neuen Ölfunden?

Nach Meinung der Spezialisten sollte man sich hierauf nicht verlassen. Es wird zwar weiterhin Öl gefunden werden, aber immer weniger und immer kleinere Felder.
"Alle grossen Ölfelder sind bereits gefunden und werden gefördert. Es wird keine dramatischen neuen Entdeckungen geben, die Entdeckungstrends der letzten Jahre machen dies deutlich"
Matthew R. Simmons, ehemaliger Berater der Bush-Regierung
"Obwohl die Ölreserven in den letzten Jahren einen Aufwärtstrend aufzuweisen scheinen, führt dies zu falschen Schlussfolgerungen. Fast 80% des Öls das heute produziert wird stammt von Ölfeldern die vor 1973 gefunden wurden, und bei den meisten von ihnen ist die Förderung im Abwärtstrend. 1990 fanden die Ölfirmen durchschnittlich 7 gbo pro Jahr, förderten aber über dreimal diese Menge. Dies bedeutet dass die Ölfelder mit zunehmender Geschwindigkeit entleert werden".... "Mehr Geld in die Ölsuche zu stecken wird nichts helfen"... "Es gibt nur eine endliche Menge Öl in der Welt, und die Industrie hat ca. 90% davon bereits gefunden."
Colin Campbell
Grafik: Ölfunde von 1910 bis 1990 ("Der Öl-Crash und Du" von Bruce Thompson)
Der Höhepunkt der Neuentdeckung von Ölfeldern war 1962. Seither hat sowie die Anzahl der Neuentdeckungen als auch die Grösse der neu entdeckten Felder immer weiter abgenommen. Die letzte grössere Entdeckung neuen Erdöls die in den Medien gefeiert wurde war im kaspischen Meer, dieser sensationelle Ölfund ist aber im Vergleich zu den grossen Entdeckungen die zwischen 1940 und 1980 gemacht wurde eher marginal.
 

Grafik: Enormes Volumen neuer Ölproduktion nötig bis 2015 (Quelle:Exxon Mobil)
In den nächsten 10 Jahren müsste - wie ExxonMobil in einer Publikation auf Ihrer Website darlegen - um den steigenden Bedarf zu decken ein enormes neues Ölproduktionsvolumen erschlossen werden. Sieht man sich aber im Vergleich die obige Grafik der Ölfunde von 1910 bis 1990 nochmals an ergeben sich Zweifel ob das realistisch ist.
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Alternativenergien

Erneuerbare Energien sind vielversprechend, aber es ist illusionär anzunehmen dass wir ohne fossile Energien unseren derzeitigen luxuriösen Lebensstandard auch nur annähernd erhalten können.

Selbst wenn jetzt sofort ein Riesenprogramm für erneuerbare Energien gestartet wird ist bereits zu spät um massive Folgen der Erdölknappheit zu verhindern.

Mit etwa 24 % Anteil erneuerbarer Energiequellen am Energieverbrauch liegt Österreich im Spitzenfeld bei der Nutzung erneuerbarer Energiequellen. Dies liegt einerseits begründet in den topographischen Gegebenheiten (Wasserkraft und Forstwirtschaft) und andererseits in einem attraktiven Marktangebot, verbunden mit der Bereitschaft der Energiekonsumenten die neuen Energietechniken (bedienungsfreundliche und umweltverträgliche Biomasse-Heizungen, Solar- und Wärmepumpentechniken sowie in zunehmendem Maße im Bereich der Stromerzeugung auch Windenergieanlagen) im Sinne einer zukunftsorientierten Energieversorgung in Betracht zu ziehen.

In Deutschland kommen derzeit nur ca. 3.5% der Primärenergie aus erneuerbare Energiequellen. Mineralöle liefern derzeit ca. 40% der Primärenergie. Dabei darf man aber folgendes nicht ausser Acht lassen: Mineralöl wird auch benötigt um Kohle abzubauen, Erdgas zu transportieren und Uran für Kernkraftwerke abzubauen. Und um Kohle, Erdgas und Uran zu Kraftwerken zu transportieren.

Ein sehr wichtiger Faktor ist auch dass Erdöl nötig ist um Solarzellen, Windkraftwerke, Wasserkraftwerke usw. überhaupt erst zu bauen, transportieren und zu installieren. Treibstoff für Landmaschinen wird benötigt um Biomasse anzubauen, und die Biomasse muss dann transportiert werden. Zu der Zeit wo die Regierung endlich bemerkt dass man massiv in diesen Sektor investieren muss werden Versorgungsengpässe und sehr hohe Kosten diese Anstrengungen massiv behindern. Desweiteren sind lange Bauzeiten zu beachten, es wird Jahre dauern bis die erneuerbaren Energien auf einen nennenswerten Prozentsatz an der Primärenergie aufgestockt werden können.

Weiterhin werden sich sowohl die Kosten erhöhen als auch die Verfügbarkeit verringern was über 500.000 Produkten betrifft die direkt vom Öl abhängen (Dünger, Pharmazeutika, Heilmittel, Kunststoffe, Isoliermaterial, Computer, Asphalt, Tinten und Toner, Farben, Klebstoffe, Lösungsmittel, Antiseptika, Golfbälle, CDs, Mülltüten, Nagellack, Reinigungsmittel, Kaugummi etc. Manche dieser Produkte können aus alternativen Materialien hergestellt werden, aber erst nach einer gewissen Entwicklungszeit und mit viel höheren Kosten.

Was ist mit Wasserstoffzellen, ist das nicht die Energie der Zukunft?

Wasserstoff ist ein Energieträger, keine Energiequelle. Die Produktion von Wasserstoff verbraucht mehr (fossile!) Energie als das Endprodukt dann später liefert. Es ist umweltschonender und effizienter den fossilen Brennstoff einfach direkt im Auto zu verwenden statt erst Wasserstoff herzustellen, so vermeidet man auch die Energieverluste die bei der Wasserstoffproduktion unvermeidbar sind.

Wasserstoff als Energieträger wird erst dann interessant wenn man einen Weg findet diesen billig aus erneuerbaren Energiequellen herzustellen (z.B. Solar), aber derzeit gibt es auf diesem Gebiet noch keine nennenswerten Erfolge.

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Die Zukunft

Was haben wir also in der nahen Zukunft zu erwarten?

Der Mangel an Rohöl wird ernste und weitreichende Konsequenzen haben die für die meisten Menschen sehr schwer vorstellbar sind. Die nachstehenden Folgen wären zum Beispiel denkbar:

Wirtschaft

Tägliches Leben

Regierung/Politik

Welt

Es ist zu erwarten dass diese Probleme zwischen 2005 und 2010 beginnen. Eine schwere Krise im Mittleren Osten würde das ganze beschleunigen

Also sieht es schlecht aus?

Meiner Meinung nach nicht, wie gesagt denke ich dass uns das billige Öl keinen Moment zu früh ausgeht.

Der Übergang von billiger Energie im Überfluss zu Energiemangel und steigenden Energiepreisen wird nicht einfach werden und grosse Opfer fordern, aber letztendlich könnte er ein Segen für uns alle sein:

Es steht zu hoffen dass sich die Welt entscheidet die kommenden Versorgungsengpässe durch konstruktive und verantwortungsvolle Zusammenarbeit anzugehen, statt um die verbleibenden Reserven zu kämpfen.

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Was kann ich tun?

Hinweis: Dieoff-Anhänger (Jay Hanson etc.) mögen diesen Absatz überspringen da er ihnen wie die berühmte Aktentasche vorkommen wird die man sich bei einem Atomkraftwerk-GAU über den Kopf halten soll.

Es gibt viele Dinge die jeder tun kann um sich auf eine energieärmere Zukunft vorzubereiten. All diese wären sowieso kein Fehler selbst wenn Ölknappheit nicht der Grund ist, sie verbessern das Leben für uns alle. Nachstehend sind ein paar Beispiele aufgeführt:

Privatpersonen

Auch die Regierung könnte eine Menge tun um die Bürger so gut wie möglich auf die kommende Energiekrise vorzubereiten, zum Beispiel:
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Partner-Seite und Forum (parsimony.net)


Impressum

Susanne Schaefer
Irvine, Kalifornien
'Basisaktivist' mit dem Ziel der Information der Oeffentlichkeit ueber 'Peak Oil'
 
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