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Peak Oil - Das Ende des billigen Erdöls
Experten aus der Ölindustrie erwarten dass die Erdölproduktion
noch vor dem Jahre 2009 ihre Produktionsspitze erreichen wird (oder sie
bereits erreicht hat) und danach jedes Jahr um ca. 3-6% abnehmen wird.
"Die
Erdöl-Produktionsspitze steht unmittelbar bevor, er kommt nicht erst
in einigen Jahren. Wenn ich recht habe, sind die unvorhergesehen Konsequenzen
verheerend."
Matthew R. Simmons, ehemaliger
Berater der Bush-Regierung
"Die
letzten Tage des Ölzeitalters haben begonnen"
Mike Bowlin, Generaldirektor von ARCO (US-Erdölkonzern)
"Die Produktionsspitze
des Erdöls ist erreicht...[sie] ist ein Wendepunkt der Menschheit.
Der ökonomische Wohlstand des letzten Jahrhunderts wurde angetrieben
durch billige Energie. Die Basis hierzu war das Öl. Umgerechnet heißt
dies, jeder von uns hat heute einige unbezahlte, nicht ernährte Sklaven,
die für ihn arbeiten. Diese Sklaven kommen langsam in die Jahre und
sie werden nicht mehr lange arbeiten. Wir müssen einen neuen Weg finden
zu leben"
Colin Campbell
"... Anders ausgedrückt müssen
wir bis 2015 eine Menge neuen Öls und Erdgases finden die 8 von jeden
10 Barrels entspricht die heute produziert werden."
Jon Thompson, Aufsichtsratsvorsitzender von ExxonMobil
Ausgehen werden uns die Ölvorräte noch für Jahrzehnte nicht,
aber das "Ausgehen" ist nicht das Problem. Die beiden wirklich wichtigen
Fragen sind wann uns das billige Öl ausgeht, und ab wann es
Versorgungsengpässe
gibt. Einschlägige Experten sind der Meinung dass sowohl das Zeitalter
des billigen Erdöls vorbei ist als auch dass es Versorgungsengpässe
geben wird.
Während die Erdölproduktion abnimmt, wird der Bedarf hingegen
stetig steigen, vor allem in Ländern wie China und Indien die sich
in rasendem Tempo entwickeln. Dies wird dazu führen dass die Nachfrage
das Angebot bei weitem übersteigt und dadurch die Preise in ungeahnte
Höhen schiessen werden.
Der Punkt an dem die höchste Ölfördermenge erreicht wird
und wonach die Produktion nie wieder dasselbe Niveau erreicht (Produktionsspitze)
und danach jedes Jahr abnimmt wird in englischsprachigen Fachkreisen "Peak
Oil" genannt. Die Pessimisten unter den Fachleuten vermuten dass das
Jahr 2000 bereits
Peak Oil war, optimistischere Schätzungen
glauben es wird 2005 oder später sein.
Die Konsequenzen nur wenige Jahre nach Peak Oil werden das Leben fast
aller Menschen grundlegend verändern. Das geht viel weiter als nur
Schlangen an den Tankstellen, höhere Spritpreise und sinkende Aktienkurse.
Unsere gesamte Lebensweise muss und wird sich fundamental ändern,
in einem Ausmass das derzeit für die meisten nur schwer vorstellbar
ist.
Auch die Nahrungsmittelherstellung und die Wasserversorgung hängt
vom Erdöl ab, genauso wie die Wirtschaft. Der Amerikaner Stephen Leeb,
Inhaber einer Investmentfirma und Author des Buches "The Oil Factor: How
Oil Controls the Economy and Your Financial Future" (Der Ölfaktor:
Wie Öl die Wirtschaft und Ihre finanzielle Zukunft kontrolliert),
glaubt dass die Wirtschaft aufgrund unzureichender zukünftiger Ölreserven
auf eine schlimme Krise zusteuert.
"Seit 1973 tanzen die Wirtschaft und der Aktienmarkt nach
der Pfeife des Ölpreises. Grosse Erhöhungen des Ölpreises
haben zu Rezessionen und Stagflationen sowie Einbrüchen in Aktienpreisen
geführt, während sinkende oder nur leicht steigende Ölpreise
gute Börsenzeiten eingeläutet haben"
Ausserdem steht zu erwarten dass es vor allem im Nahen Osten verstärkt
zu militärischen Konflikten kommen wird da sich dort das meiste verbleibende
Erdöl befindet.
Die gute Nachricht ist dass das Ende des billigen Erdöls eine
grosse Chance für die Menschheit darstellt die, wenn sie verantwortungsvoll
genutzt wird, das Leben aller Menschen und den Zustand der Natur drastisch
verbessern kann.
Ich persönlich bin der Meinung dass uns das billige Erdöl
keinen Moment zu früh ausgeht.
Peak Oil und die industrielle Zivilisation
Die Spritkrise, Jahr 2000
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Lange Schlangen an den Tankstellen
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Panikkäufe mit dem Benzinkanister
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Tankstellen ausser Betrieb
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Wie abhängig sind wir wirklich vom Öl?
Die Benzinkrise im Jahr 2000 war ein gutes Beispiel was passieren kann
wenn auch nur fuer zweieinhalb Wochen die Spritlieferungen ausbleiben.
Rückblick: Der Ölpreis
war schon fuer einige Zeit niedrig, und als die OPEC beschloss ihre Quotas
zu verringern schoss der Ölpreis hoch. Fischer in Frankreich fingen
an über die Preiserhöhungen zu protestieren und fanden Gleichgesinnte
auf der anderen Seite des Eurotunnels. Bauern (die steuerbegünstigten
Treibstoff verwenden und deshalb eine Erhöhung eine grössere
prozentuale Erhöhung bewirkt - in Deutschland entfallen z.B. über
80% vom Spritpreis auf die Steuer) und Transporteure (deren Rivalen in
anderen Ländern niedrigere Steuersätze bezahlen) begannen ihre
eigenen Proteste. Die Regierung war ratlos, sie hatte Schritt für
Schritt die Spritsteuern erhöht als das Öl billiger war und verringerte
sie nicht als der Preis pro Barrel stieg. Das Resultat war eine Blockade
der englischen Raffinerien für ca. zweieinhalb Wochen.
Die Folgen dieser nur kurzen Verringerung der Spritversorgung waren weitreichend:
-
Lange Schlangen an den Tankstellen, tageweise durften nur Polizei, Feuerwehr
und Krankenwägen tanken
-
Panikkäufe in den Läden, manchen gingen das Brot und die Milch
aus
-
Postsammlung und Verteilung an Sonntagen wurden ausgesetzt um Treibstoff
zu sparen
-
Nutztieren drohte der Hungertod weil ihr Futter nicht geliefert werden
konnte
-
Schulen mussten geschlossen werden weil die Schüler und Lehrer keine
Transportmöglichkeit hatten
-
Krankenhäuser beschränkten ihre Arbeit auf Notfälle, Operationen
wurden abgesagt und Patienten nach Hause geschickt
-
Firmen blieben geschlossen weil die Mitarbeiter nicht zur Arbeit kommen
konnten
-
Ambulanzen
konnten nur noch für Notfälle ausrücken
... Und all das von nur zweieinhalb Wochen
Ölreserven der Welt
Wie lange reichen denn nun unsere Ölreserven?
Laut BP reichen unsere Ölreserven noch 36 Jahre, Shell und die Internationale
Energieagentur in Paris sagen 46 Jahre. Bei diesem Thema gehen die Meinungen
weit auseinander. Die meisten Schätzungen liegen zwischen 20 und 50
Jahren. Dabei liegen die Ölkonzerne und die Bundesregierung im optimistischeren
Bereich, die pessimistischeren Schätzungen stammen von Geologen und
Wissenschaftlern.
Aber wie bereits erwähnt treten aber ernsthafte Probleme nicht
erst auf wenn das Öl "ausgeht", sondern schon wenn die Produktionsspitze
erreicht wird. Das anerkannteste Modell zu diesem Thema stammt von dem
Geophysiker Dr. M. King Hubbert, die sogenannte Hubbertkurve.
Die Hubbertkurve
Die Hubbertkurve hat die ungefähre Form einer Glocke, die Rohölproduktion
steigt erst an, erreicht ihren Höhepunkt und fällt dann kontinuierlich
ab. Der höchste Punk der Kurve stellt die Produktionsspitze dar, in
englischprachigen Fachkreisen "Peak Oil" genannt. Dieser fällt ungefähr
mit dem Zeitpunkt zusammen an dem 50% der Vorräte verbraucht sind.
Beispiel Hubbertkurve USA
Als praktisches Beispiel für die Hubbertkurve kann man die Produktionskurve
der USA anführen die in 1970 ihre Produktionsspitze erreichte. Die
Produktion heute beträgt nur noch ca. zwei Drittel dessen wie hoch
sie in 1970 war und wird in Zukunft immer weiter abfallen.
Die Weltölproduktion
Die Schweizer Firma Petroconsultants in Genf ist die weltweit führende
Quelle für Informationen über Rohölsuche und Rohölproduktion.
Eine Ausgabe ihres Berichtes "World Oil Supply 1930 bis 2050", welcher
als die "Bibel" dieses Fachbereiches angesehen wird und von Grossinvestoren,
Ölkonzernen und anderen "Insidern" bezogen wird kostet $32.000 pro
Ausgabe. Die Mit-Authoren, Colin Campbell und Jean Laherrere, glauben dass
der Höhepunkt der weltweiten Ölproduktion irgendwann zwischen
dem Jahr 2000 und 2010 erreicht werden wird. Dabei spielt auch die Wirtschaftslage
eine wichtige Rolle, in einer Rezession sinkt der Ölbedarf und verzögert
deshalb die Produktionsspitze.
Auf der ansteigenden Seite der Kurve ist Öl im Überfluss vorhanden,
die Förderung ist relativ billig und für wenig Kapitaleinsatz
ergeben sich hohe Erträge. Anders sieht es jedoch auf der absteigenden
Seite der Kurve aus, hier wird die Förderung zunehmend teurer, schwieriger
und weniger wirtschaftlich.
Wäre 2005 der Förderungshöhepunkt, bedeutet dies dass
die Förderung im Jahre 2025 gleich hoch sein wird wie 1970. Jedoch
wird die Weltbevölkerung bis 2020 viel grösser sein (9 bis 12
Milliarden) und die Industrialisierung weiter fortgschritten. Zu berücksichtigen
sind auch die Entwicklungsländer deren Nachfrage sich ständig
erhöht, zum Beispiel steigt Chinas Rohölbedarf derzeit rasant
an.
Eine weitere anerkannte Informationsquelle ist die amerikanische Firma
Douglas-Westwood, die den Bericht "The World Oil Supply Report 2003 - 2050
- The future for global oil production" (Weltölproduktionsbericht
2003-2050, Die Zukunft der globalen Ölproduktion) produzieren. Eine
Ausgabe hiervon kostet $5000. Douglas-Westwoods Szenario datiert Peak Oil
später als Petroconsultants, dafür geht aber auch die absteigende
Kurve nach 2010 steiler nach unten.
Douglas-Westwoods' neuester Bericht "World Supply Report 2004-2050" ist
inzwischen erschienen, auf Douglas-Westwoods Seite schreibt man dazu folgendes:
"Die Welt verbraucht ihre Ölreserven schneller als
je zuvor und es steht in der mittelfristigen Zukunft eine Steigerung des
Ölpreises bevor die früher eintreten wird als viele Leute glauben.
... Im Unterschied zu anderen Publikationen über Ölreserven ist
dieser Bericht hier eine unabhängige Analyse"
Die Position der US-Regierung
Die amerikanische Energieinformationsbehörde,
die Internationale Energieagentur, und
die Behörde für Geologie und andere
Wissenschaften USGS sind sich sicher dass noch mehr als genug Ölvorräte
gibt und sind sich sicher dass der Ölpreis bis 2025 um die $20 liegen
wird. Interessanterweise ist $20 der empirisch ermittelte Ölpreis
bei dem sich die Wirtschaft am besten entwickelt. Die Prognosen dieser
Behörden für die Weltölproduktion sind auf ihren Webseiten
kostenlos erhältlich.
Ein anonymer Insider
bei Exxon kommentierte den Bericht der USGS wie folgt:
"Man bekommt bei einem Bericht den Gegenwert dessen was
man bezahlt hat - und der da war umsonst"
In welchem Jahr ist dann also Peak Oil?
Die Höhe der Ölförderung wird von politischen und wirtschaftlichen
Ereignissen beeinflusst und unterliegt ständigen Schwankungen. Daher
kann man diese Frage leider erst ein paar Jahre nachdem der Höhepunkt
tatsächlich stattgefunden hat beantworten.
Es ist möglich dass das Jahr 2000 bereits der Förderhöhepunkt
war, denn in jedem folgenden Jahr hat die Ölförderung abgenommen.
Alternativen zu Öl?
Öl liefert derzeit fast 40% der Energie für die heutige industrielle
Produktion. Desweiteren ist Öl einer der wichtigsten Rohstoffe
der Welt, viele essentielle Dinge des täglichen Lebens werden
daraus hergestellt:
-
Chemikalien und Lösungsmittel
-
Plastik (Spielzeug, Haushaltsgeräte und andere Alltagsgegenstände)
-
Farben und Lacke
-
Verpackungen, Folien und Plastiktüten
-
Kunstfasern (Teppichböden, Kleidung, Gardinen)
-
Körperpflege und Kosmetik (Seifen, Parfüms, Lippenstifte und
Haarsprays)
-
Ausbau der Infrastruktur (Straßenbau)
-
Medikamente
-
Düngemittel und Pestizide
Auch die Nahrungsmittelproduktion hängt stark von Öl und andere
fossile Brennstoffe ab.
In gewisser Weise ist die moderne Landwirtschaft eine Methode um Öl
in Nahrungsmittel zu verwandeln. Öl und Erdgas werden benötigt
für Treibstoff für Traktoren und andere Landmaschinen, Pestizide
und Kunstdüngerproduktion sowie Verpackung, Transport und Kühlung.
Moderne Landwirtschaft ist der Hauptgrund weshalb die Weltbevölkerung
von 1 Milliarde auf über 6 Milliarden wachsen konnte. Mit der Ölförderung
erhöhte sich die Nahrungsmittelproduktion und als Folge die Bevölkerungszahl.
Ein paar Jahre nach dem Höhepunkt der Ölförderung ist
zu erwarten dass sich die Preise für Nahrungsmittel vervielfachen,
weil sich die Kosten für Produktion, Lagerung und Verteilung erhöhen.
Das wird anfangs in den Industrienationen noch zu verkraften sein, aber
für die Entwicklungsländer wird Rohöl zunehmend unerschwinglich
werden. Als Folge sind dort weitverbreitete schwere Hungersnöte zu
erwarten.
Als Beispiel für ein Land wo dies heute schon begonnen hat kann
man die zunehmenden Hungersnöte in Nordkorea nehmen. Diese nahm ihren
Anfang nachdem die Sowjetunion und China ihre Wirtschaftshilfe abbrachen
und verlangten dass Nordkorea den vollen Marktpreis für ihre Importe
von fossilen Brennstoffen bezahlt. Die Nahrungsmittelproduktion nahm als
Folge rapide ab.
Lesetips (Internet)
"Eating
Fossil Fuels" by Dale Allen Pfeiffer
Öl wird auch zur Wasseraufbereitung und -verteilung benötigt.
Öl wird gebraucht um Wasserleitungen zu installieren (Transport, Baumaschinen,
Plastik für Isolierung etc.), Dämme zu bauen, Abwassersysteme,
Brunnen und um das Wasser zu pumpen das aus unseren Hähnen kommt.
Gleich wie Nahrungsmittel wird sich auch der Preis für Frischwasser
vervielfachen.
Auch fast alle anderen Aktivitäten der heutigen Gesellschaft sind
untrennbar mit Öl und anderen fossilen Brennstoffen verbunden. Öl
wird auch benötigt für fast jeden Konsumartikel, industrielle
Produktion, Heizung, Schmierstoffe, Abwasserbeseitigung, Müllbeseitigung,
Strassen- und Parkerhalt, Polizei, Feuerwehr und vor allem das Militär.
Ein Einbruch der Ölversorgung würde einen ökonomischen
Zusammenbruch, Nahrungsmittelknappheit, Kollaps der Infrastruktur und internationale
Ressourcenkonflikte zur Folge haben. Die Traktoren der Landwirte hätten
kein Diesel mehr, Krankenwägen könnten nicht zum Unfallort fahren,
Fabriken bleiben geschlossen weil die Mitarbeiter nicht zur Arbeit fahren
können, die Elektrizitätsversorgung wäre gefährdet
weil Kohle- und Nuklearbrennstofflieferungen nicht in die Kraftwerke gelangen.
Flughäfen müssten den Betrieb einstellen und Nahrungsmittel könnten
nicht in die Supermärkte gebracht werden, die Wasserversorgung würde
zusammenbrechen weil die Pumpen nicht mehr angetrieben werden können.
Globale Ölproduktion und Zukünftige Ölfunde
Globale Ölproduktion:
Die globale Produktion von konventionellem und unkonventionellem Öl
erholte sich nachdem sie in den 70er Jahren durch politische Ursachen fiel.
Eine permanente Verringerung der Förderung liegt jedoch weniger als
10 Jahre in der Zukunft. Der Höhepunkt der Förderung in Kanada
und den USA war in 1972 (braun), die ehemaligen Sowjetrepubliken verringerten
die Ihre um über 45 Prozent seit 1987. Ein Förderhöhepunkt
ausserhalb der Länder des persischen Golfes scheint in unmittelbarer
Zukunft zu liegen.
Ölreserven der Welt
Die vorstehende Grafik ist aus einem BBC-Artikel
(Wenn die letzte Ölquelle versiegt) entnommen, die weltweiten
Ölreserven werden dort auf ca. 1 Mrd. Barrel
geschätz. Ein Grossteil des verbleibenden Öls befindet sich im
Mittleren Osten (dunkelbraun in der obigen Grafik). Hierbei stellt sich
die Frage wie verlässlich diese Reservedaten tatsächlich sind.
Ölkonzerne
Wie bereits erwähnt haben die Ölkonzerne ein Interesse daran
ihre Reserven eher unter- als überzubewerten. Was mit dem Aktienkurs
eines Ölkonzernes passiert der seine geschätzten Reserven abwertet
wurde vor kurzem am Beispiel Shell demonstriert (bei Shell wurden die Reserven
um ca. 20% abgewertet) .
OPEC Quotas und Reserven
Mitte der 80er Jahre führte die OPEC Quota ein um die Exportmengen
ihrer Mitgliedsländer einzuschränken damit der Ölpreis steigt
und somit die Profite. Jedes OPEC-Land durfte ab diesem Zeitpunkt einen
bestimmten Prozentsatz abhängig von ihren verbleibenden Reserven exportieren.
Je höher also die Reserven eines Landes, um so mehr durften sie exportieren.
Interessanterweise erhöhten sich schlagartig die geschätzten
Reserven von sechs OPEC-Ländern um 300 Milliarden Barrel, obwohl in
dieser Zeit keine nennenswerten Neuentdeckungen von Ölfeldern zu verzeichnen
waren.
OPEC Länder
Die OPEC Länder haben, wenn sich ihre Reservelage verschlechtert,
nicht unbedingt ein Interesse daran dies publik zu machen. Ihre internationale
Kreditwürdigkeit würde geschädigt, was verheerende Folgen
hätte da diese Länder zum Teil hoch verschuldet sind. Weiterhin
könnte die innere Stabilität des Landes gefährdet werden,
viel Wohlfahrt und Leistungen des Staates hängen dort vom Öleinkommen
ab. Im letzten ASPO Newsletter (April) befindet sich noch eine Reihe von
Vermutung über Saudi Arabien:
-
Da die Saudis ca. 12% des Weltölbedarfes liefern, würden Zweifel
an ihrer zukünftigen Lieferfähigkeit die Märkte negativ
beeinflussen
-
Die Saudische Königsfamilie hat bedeutende Investitionen im internationalen
Aktienmarkt und deshalb kein Interesse denselben fallen zu sehen
-
Es ist denkbar dass keiner derjenige sein will der dem König mitteilt
dass seine Ölfelder zuendegehen (Das Königreich Saudi Arabien
wurde gegründet indem der erste König Saud seine Gegner umbrachte).
Die Regierungen
Angesichts der weitreichenden Konsequenzen von Peak Oil für das Leben
jedes Bürgers, kann man sagen dass die Partei oder Regierung die das
Thema zum Wahlkampfthema macht ziemlich sicher politischen Selbstmord begeht.
Der amerikanische Ex-Präsident Jimmy Carter, der 1980 das Ende des
Ölzeitalters in sein Präsidentschaftswahl-Programm aufnahm, machte
diese Erfahrung in der nächsten Präsidentschaftswahl. Von der
Seite der Politiker ist Ehrlichkeit in dieser Beziehung nicht zu erwarten.
Verlässliche Informationsquellen
Wer sich über die tatsächliche Rohöl-Reservelage informieren
möchte sollte Quellen meiden, die ein Interesse an der Verschleierung
oder verschönerten Darstellung derselben haben.
Was ist mit neuen Ölfunden?
Nach Meinung der Spezialisten sollte man sich hierauf nicht verlassen.
Es wird zwar weiterhin Öl gefunden werden, aber immer weniger und
immer kleinere Felder.
"Alle grossen Ölfelder sind bereits gefunden und werden
gefördert. Es wird keine dramatischen neuen Entdeckungen geben, die
Entdeckungstrends der letzten Jahre machen dies deutlich"
Matthew R. Simmons, ehemaliger
Berater der Bush-Regierung
"Obwohl die Ölreserven in den letzten Jahren einen
Aufwärtstrend aufzuweisen scheinen, führt dies zu falschen Schlussfolgerungen.
Fast 80% des Öls das heute produziert wird stammt von Ölfeldern
die vor 1973 gefunden wurden, und bei den meisten von ihnen ist die Förderung
im Abwärtstrend. 1990 fanden die Ölfirmen durchschnittlich 7
gbo pro Jahr, förderten aber über dreimal diese Menge. Dies bedeutet
dass die Ölfelder mit zunehmender Geschwindigkeit entleert werden"....
"Mehr Geld in die Ölsuche zu stecken wird nichts helfen"... "Es gibt
nur eine endliche Menge Öl in der Welt, und die Industrie hat ca.
90% davon bereits gefunden."
Colin Campbell
Der Höhepunkt der Neuentdeckung von Ölfeldern war 1962. Seither
hat
sowie die Anzahl der Neuentdeckungen als auch die Grösse der neu entdeckten
Felder immer weiter abgenommen. Die letzte grössere Entdeckung neuen
Erdöls die in den Medien gefeiert wurde war im kaspischen Meer, dieser
sensationelle Ölfund ist aber im Vergleich zu den grossen Entdeckungen
die zwischen 1940 und 1980 gemacht wurde eher marginal.
In den nächsten 10 Jahren müsste - wie ExxonMobil in einer Publikation
auf Ihrer Website darlegen - um den steigenden Bedarf zu decken ein enormes
neues Ölproduktionsvolumen erschlossen werden. Sieht man sich aber
im Vergleich die obige Grafik der Ölfunde von 1910 bis 1990 nochmals
an ergeben sich Zweifel ob das realistisch ist.
Alternativenergien
Erneuerbare Energien sind vielversprechend, aber es ist illusionär
anzunehmen dass wir ohne fossile Energien unseren derzeitigen luxuriösen
Lebensstandard auch nur annähernd erhalten können.
Selbst wenn jetzt sofort ein Riesenprogramm für erneuerbare Energien
gestartet wird ist bereits zu spät um massive Folgen der Erdölknappheit
zu verhindern.
Mit etwa 24 % Anteil erneuerbarer Energiequellen am Energieverbrauch liegt
Österreich im Spitzenfeld bei der Nutzung erneuerbarer Energiequellen.
Dies liegt einerseits begründet in den topographischen Gegebenheiten
(Wasserkraft und Forstwirtschaft) und andererseits in einem attraktiven
Marktangebot, verbunden mit der Bereitschaft der Energiekonsumenten die
neuen Energietechniken (bedienungsfreundliche und umweltverträgliche
Biomasse-Heizungen, Solar- und Wärmepumpentechniken sowie in zunehmendem
Maße im Bereich der Stromerzeugung auch Windenergieanlagen) im Sinne
einer zukunftsorientierten Energieversorgung in Betracht zu ziehen.
In Deutschland kommen derzeit nur ca. 3.5% der Primärenergie aus erneuerbare
Energiequellen. Mineralöle liefern derzeit ca. 40% der Primärenergie.
Dabei darf man aber folgendes nicht ausser Acht lassen: Mineralöl
wird auch benötigt um Kohle abzubauen, Erdgas zu transportieren und
Uran für Kernkraftwerke abzubauen. Und um Kohle, Erdgas und Uran zu
Kraftwerken zu transportieren.
Ein sehr wichtiger Faktor ist auch dass Erdöl nötig ist um Solarzellen,
Windkraftwerke, Wasserkraftwerke usw. überhaupt erst zu bauen, transportieren
und zu installieren. Treibstoff für Landmaschinen wird benötigt
um Biomasse anzubauen, und die Biomasse muss dann transportiert werden.
Zu der Zeit wo die Regierung endlich bemerkt dass man massiv in diesen
Sektor investieren muss werden Versorgungsengpässe und sehr hohe Kosten
diese Anstrengungen massiv behindern. Desweiteren sind lange Bauzeiten
zu beachten, es wird Jahre dauern bis die erneuerbaren Energien auf einen
nennenswerten Prozentsatz an der Primärenergie aufgestockt werden
können.
Weiterhin werden sich sowohl die Kosten erhöhen als auch die Verfügbarkeit
verringern was über 500.000 Produkten betrifft die direkt vom Öl
abhängen (Dünger, Pharmazeutika, Heilmittel, Kunststoffe, Isoliermaterial,
Computer, Asphalt, Tinten und Toner, Farben, Klebstoffe, Lösungsmittel,
Antiseptika, Golfbälle, CDs, Mülltüten, Nagellack, Reinigungsmittel,
Kaugummi etc. Manche dieser Produkte können aus alternativen Materialien
hergestellt werden, aber erst nach einer gewissen Entwicklungszeit und
mit viel höheren Kosten.
Was ist mit Wasserstoffzellen, ist das nicht die Energie der Zukunft?
Wasserstoff ist ein Energieträger, keine Energiequelle. Die
Produktion von Wasserstoff verbraucht mehr (fossile!) Energie als das Endprodukt
dann später liefert. Es ist umweltschonender und effizienter den fossilen
Brennstoff einfach direkt im Auto zu verwenden statt erst Wasserstoff herzustellen,
so vermeidet man auch die Energieverluste die bei der Wasserstoffproduktion
unvermeidbar sind.
Wasserstoff als Energieträger wird erst dann interessant wenn man
einen Weg findet diesen billig aus erneuerbaren Energiequellen herzustellen
(z.B. Solar), aber derzeit gibt es auf diesem Gebiet noch keine nennenswerten
Erfolge.
Die Zukunft
Was haben wir also in der nahen Zukunft zu erwarten?
Der Mangel an Rohöl wird ernste und weitreichende Konsequenzen
haben die für die meisten Menschen sehr schwer vorstellbar sind. Die
nachstehenden Folgen wären zum Beispiel denkbar:
Wirtschaft
-
Grosse Verringerung des weltweiten Handels weil der Transport immer teurer
wird (De-globalisierung)
-
Sehr wahrscheinlich eine zweite Weltwirtschaftskrise da Wirtschaftswachstum
auf billiger Energie basiert
-
Wirtschaftsschrumpfung statt Wachstum
-
Einbrüche der Aktienkurse weltweit, insbesondere in den USA
-
Inflation, hohe Wahrscheinlichkeit von Hyperinflation vor allem des US-Dollar
-
Massenpleiten von Firmen, vor allem im Transportsektor, Fluggesellschaften,
Tourismus etc.
-
Eskalierende Arbeitslosigkeit und Kürzungen der Arbeitslosenleistungen
Tägliches Leben
-
Immer wieder kleinere und grössere Mineralölversorgungsengpässe:
Rationierung, Schlangen an den Tankstellen, zeitweise kompletter Lieferausfall
-
Flugtickets werden sehr viel teurer werden und Massen-Ferntourismus wird
der Vergangenheit angehören
-
Der Ölpreis und die Liefersituation wird die Titelseiten der Tageszeitungen
prägen
-
Zeitweise Nahrungsmittelknappheit (weil mangels Treibstoff die Nahrungsmittel
nicht in die Läden gebracht werden können)
-
Zeitweiser Zusammenbruch der Wasserversorgung (weil kein Treibstoff für
die Wasserpumpen vorhanden ist)
-
Zeitweiser Zusammenbruch der Elektrizitätsversorgung
-
Generell weniger Auswahl an exotischen Produkten im Supermarkt (Bananen
werden wieder etwas besonderes sein)
-
Generell eine massive Verringerung des Lebensstandards der Bevölkerung
Regierung/Politik
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Entweder massive Vergrösserung des Haushaltsdefizits oder massive
Ausgabenkürzungen (d.h. diverse Leistungskürzungen)
-
Erhöhung des Rentenalters und weitere Rentenkürzungen
-
Massive Sozialleistungskürzungen
Welt
-
Schwere Hungersnöte in der 2. und vor allem 3. Welt
-
Ressourcenkonflikte (Iran, Syrien oder Saudi Arabien sind potentielle Schauplätze
für den nächsten Ölkrieg)
Es ist zu erwarten dass diese Probleme zwischen 2005 und 2010 beginnen.
Eine schwere Krise im Mittleren Osten würde das ganze beschleunigen
Also sieht es schlecht aus?
Meiner Meinung nach nicht, wie gesagt denke ich dass uns das billige Öl
keinen Moment zu früh ausgeht.
Der Übergang von billiger Energie im Überfluss zu Energiemangel
und steigenden Energiepreisen wird nicht einfach werden und grosse Opfer
fordern, aber letztendlich könnte er ein Segen für uns alle sein:
-
Einheimische Bauern werden wieder mehr geschätzt und unterstützt
-
Durch die erhebliche Verteuerung von Dünger und Pestiziden kann man
hoffen dass biologischer Anbau einen Vorschub gewinnt
-
Lokale Produktion und Einkauf werden wieder im Trend liegen, viele globale
Konzerne (Glo-Mart) werden sich auflösen
-
Wieder mehr Einzelhandel statt Ketten, Tante-Emma-Läden wieder gefragt
-
Recycling und reparieren statt wegwerfen
-
Weniger Konsum und Kaufen von unnötigen Dingen
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Viele Autos und deren Abgase werden aus der Landschaft verschwinden
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Es wird keine wertvolle Natur mehr mit Strassen zugeteert (Teer = Erdöl)
-
Wenn die Menschen sich mehr auf Eigenversorgung verlassen (Eigener Garten,
Solarstrom, Solarwasserheizung, Wasserzisterne im Garten etc.) erfolgt
eine sehr wünschenswerte Dezentralisierung der Versorgung die gleichzeitig
die grossen Energiekonzerne an Macht verlieren lässt
-
Weniger Treibhausgase und Schadstoffe werden in die Atmosphäre gelangen
-
Die Bevölkerungszahl in Deutschland wird sich vermutlich langfristig
verringern, dies bedeutet weniger Umweltverschmutzung und mehr Raum für
die Natur
-
Wieder mehr Zusammenhalt in den Familien und Gemeinden
Es steht zu hoffen dass sich die Welt entscheidet die kommenden Versorgungsengpässe
durch konstruktive und verantwortungsvolle Zusammenarbeit anzugehen, statt
um die verbleibenden Reserven zu kämpfen.
Was kann ich tun?
Hinweis: Dieoff-Anhänger (Jay Hanson etc.) mögen
diesen Absatz überspringen da er ihnen wie die berühmte Aktentasche
vorkommen wird die man sich bei einem Atomkraftwerk-GAU über den Kopf
halten soll.
Es gibt viele Dinge die jeder tun kann um sich auf eine energieärmere
Zukunft vorzubereiten. All diese wären sowieso kein Fehler selbst
wenn Ölknappheit nicht der Grund ist, sie verbessern das Leben für
uns alle. Nachstehend sind ein paar Beispiele aufgeführt:
Privatpersonen
-
Fahrzeug mit geringem Spritverbrauch kaufen (das hilft natürlich nichts
wenn es zeitweise keinen Treibstoff gibt, aber wohl wenn er erst nur teuer
ist)
-
Wer die finanziellen Mittel hat kann sich eine Solartankstelle und ein
Solarauto kaufen
-
Wenn immer möglich öffentliche Verkehrsmittel nehmen, Fahrrad
fahren oder zu Fuss gehen
-
Relokalisierung (möglichst nahe bei der Arbeit und der Verwandten
wohnen, lokal einkaufen)
-
Gärten oder Gemeindegärten anlegen um Nahrungsmittel-Versorgungsengpässe
zu überbrücken
-
Beim örtlichen Bauer einkaufen statt im Supermarkt
-
Obstbäume, Nussbäume, Beerensträucher etc. im Garten pflanzen
-
Regenwasser-Zisterne im Garten anlegen falls das Trinkwasser zeitweise
ausfällt, eventuell Regenwasser-Toilette und Dusche. Bei der Toilette
und Dusche sind jedoch gewisse Vorschriften zu beachten, diese kann man
bei der lokalen Gemeinde erfragen.
-
Nullenergiehaus kaufen oder das bestehende Haus so gut wie möglich
in ein solches umwandeln (isolieren, Doppelfenster einbauen etc.)
-
Eine Solar-Warmwasserheizung einbauen, diese ist auch in gemässigten
Breitengraden wirtschaftlich und es gibt örtliche Hilfsgruppen die
Informationsmaterial und Hilfe anbieten
-
Solarzellen für Stromgewinnung auf dem Dach oder anderswo wo der Sonneneinfallswinkel
günstig ist um bei Stromausfällen nicht hilflos dazustehen
-
Im Internet gibt es viele Konstruktionspläne für Solarkühlschränke
und Solaröfen
-
Möglichst wenige elektrische Geräte im Haushalt verwenden, handbetriebene
Geräte bevorzugen
-
Schulden abbezahlen damit man weniger von anderen abhängig ist (ausser
natürlich es gibt eine Hyperinflation) und gegen eventuelle finanzielle
Dürrezeiten besser gewappnet ist
Auch die Regierung könnte eine Menge tun um die Bürger so gut
wie möglich auf die kommende Energiekrise vorzubereiten, zum Beispiel:
-
Spritpreis verdoppeln und diese zusätzliche Steuer JETZT in erneuerbare
Energiequellen investieren
-
In allen anderen Bereichen kürzen wo es nur geht und ebenfalls in
erneuerbare Energiequellen investieren
-
Relokalisierung steuerlich bevorteilen (Steuervorteile für diejenigen
die nahe bei der Arbeit wohnen)
-
Steuervorteile für diejenigen die bei sich zuhause Solarzellen, Regenwasserzisternnen
oder Windturbinen erstellen
-
Finanzielle Anreize für 1-Kind-Familie schaffen (muss freiwillige
Basis haben)
Susanne
Schaefer
Irvine, Kalifornien
'Basisaktivist' mit dem Ziel der Information der Oeffentlichkeit ueber
'Peak Oil'